Projekt „STOLPERSTEINE Frankfurt (Oder) und Słubice“
Aktuell - 113 Stolpersteine bei 56 Verlegeorten - Aktuell
Was sind „STOLPERSTEINE“?
„STOLPERSTEINE“ sind eine Initiative und Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig.
Seit 1992 wurden bis Juni 2011 an über 750 Orten in Deutschland und Europa bisher über 30.000 Steine für Opfer des Nationalsozialismus (jüdische Opfer, Zeugen Jehovas, politisch Verfolgte, Sinti und Roma, Homosexuelle, Euthanasieopfer u.a.) verlegt.
Initiativen, Schulen, Angehörige und Hinterbliebene recherchieren die Daten von Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und deportiert wurden.
Liegen die recherchierten Daten vor, fertigt Gunter Demnig einen Betonquader,der mit einer 10 x 10 cm großen Fläche - einer Messingplatte - abschließt.
Diese versieht er in der Regel mit dem Schriftzug Hier wohnte dem Namen, Geburtsjahr und dem Schicksal des Menschen, meist das Datum der Deportation oder des Todes.
Den Stein lässt er jeweils bündig in den Bürgersteig oder die Straße direkt vor der Haustür zur letzten Wohnung des Opfers oder im näheren Umfeld sofern die letzte Wohnung nicht mehr existiert.
„STOLPERSTEINE“ sollen den „Stolpernden“ zum Nachdenken anregen und verdeutlichen, dass der Nationalsozialismus überall seine Opfer gefunden hat.
Durch die Berichterstattung in der Presse werden Interessierte auf „STOLPERSTEINE“ in ihrer näheren Umgebung aufmerksam und suchen die Stellen gezielt auf. Passanten nehmen die Steine im Vorübergehen unbewusst wahr oder machen sich Gedanken, wie es dazu kam, dass Menschen mitten aus ihrem täglichen Leben herausgerissen wurden.
In Frankfurt (Oder) sind die ersten 7 STOLPERSTEINE am 08.05.2006 verlegt worden.
Weitere „STOLPERSTEINE" sind im Land Brandenburg unter anderem in Cottbus, Eberswalde, Eisenhüttenstadt, Erkner, Fürstenwalde, Guben, Hennigsdorf, Königs-Wusterhausen, Letschin, Lübben, Mittenwalde, Nauen, Neuruppin, Oranienburg, Potsdam, Schöneiche, Senftenberg, Strausberg, Teupitz, Treuenbrietzen, Zehdenick, Zepernick/Pankethal verlegt worden.
Es folgen weitere Orte im Land Brandenburg.
Warum „STOLPERSTEINE“ in Frankfurt (Oder)und Słubice?
Mit den „STOLPERSTEINEN“ wird an Frankfurter Bürgerinnen und Bürger erinnert, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden.
Wie in allen anderen europäischen Städten wurden auch in Frankfurt (Oder) viele Menschen Opfer des Nationalsozialismus.
Engagierte Bürgerinnen und Bürger der Stadt Frankfurt (Oder) haben die Aktion „STOLPERSTEINE“ aufgegriffen und recherchierten nach Frankfurter Opfern, um diesen mit einem „STOLPERSTEIN“ im Alltagsleben zu gedenken.
Hierbei kann die Projektgruppe „STOLPERSTEINE“, auf die Unterstützung der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Frankfurt (Oder) zurückgreifen.
Wer unterstützt „STOLPERSTEINE“ in Frankfurt (Oder)und Słubice?
„STOLPERSTEINE Frankfurt (Oder)“ wird unterstützt durch:
- Bund der Antifaschisten Frankfurt (Oder) e.V. - Gerhard Hoffmann
- Historischer Verein zu Frankfurt (Oder) e.V.- Carsten Roman Höft
- Einzelpersonen, denen diese Form der Erinnerungsarbeit ein besonderes Anliegen ist
Kann ich spenden oder Patenschaften für die Aktion „STOLPERSTEINE“ übernehmen?
Mit Spenden kann die Arbeit der Projektgruppe „STOLPERSTEINE“ unterstützt werden.
Spenden können unter dem Stichwort „STOLPERSTEINE“ auf folgendes Konto eingezahlt werden:
Historischer Verein zu Frankfurt (Oder) e.V.
Bank: Sparkasse Oder-Spree
Bankleitzahl: 17055050
Kontonummer: 3910329798
Neben zweckgebundenen Spenden besteht auch die Möglichkeit einer Patenschaft für „STOLPERSTEINE“ zu übernehmen.
Paten übernehmen hierbei die Kosten für einen „STOLPERSTEIN“ in Höhe von
95 Euro.
Auch können mehrere Paten für einen „STOLPERSTEIN“ spenden.
Daueraustellung "Stolpersteine" in der Gedenk- und Dokumentationsstätte "Opfer politischer Gewaltherrschaft" 1930 - 1945 / 1945 - 1989
Am 11.07.2007 wurde durch den Künster Gunter Demnig in der Gedenk- und Dokumentationsstätte "Opfer politischer Gewaltherrschaft" 1930 - 1945 / 1945 - 1989" , Collegienstraße 10, 15230 Frankfurt (Oder),Tel. (0335) 6802 712 ,Fax: (0335) 401 56 - 11 (Öffnungszeiten: Mo, Di, Do 09.30 bis 17.00 Uhr,Mi geschlossen, Fr. 09.00 bis 13.00 Uhr) eine Daueraustellung zur Aktion "Stolpersteine für Frankfurt (Oder)" eröffnet.
Der Besuch der Gedenk- und Dokumentationsstätte ist kostenlos.

Gunter Demnig

Gunter Demnig und Carsten Roman Höft

Roni Fellert mit seinem Vater Ralf Fellert - Neffe von Albert und Kurt Fellert - gemeinsam mit Dr. Martin Schieck, Museum Viadrina

Ralf Fellert mit Gerhard Hoffmann, Bund der Antifaschisten Frankfurt (Oder) e.V.
Daueraustellung "Dr. Martin Salomonski - Ein Frankfurter Rabbiner"
Am 05.07.2010 wurde durch Herrn Jakob Moltchadski in der Jüdischen Gemeinde Frankfurt (Oder) die Dauerausstellung "Dr. Martin Salomonski - Ein Frankfurter Rabbiner" eröffnet.
An der Ausstellungseröffnung nahmen Angehörige des Rabbiners Dr. Martin Salomonski aus den Staaten Großbritannien, USA, Israel und Argentinien auch der Pate des Stolpersteines für den Rabbiner Dr. Martin Salomonski - der Gesandte der Botschaft des Staates Israel Herr Emmanuel Nahshon - teil.

Die Dauerausstellung ist in der Jüdischen Gemeinde Frankfurt (Oder), Halbe Stadt 30, 15234Frankfurt (Oder), Telefon 0335/60688830 nach Vereinbarung zu besichtigen.
Eröffnungsflyer über die Ausstellung des Rabbiners Dr. Martin Salomonski....weiter
Eva Geiringer Schloss - Anne Franks Stiefschwester in Frankfurt (Oder)
Vom 23.10. - 03.11.2010 war Eva Geiringer Schloss mit ihrem Ehemann Zvi Schloss in Frankfurt (Oder).
Am 25.10.2010 hatte ein besonderes Theaterstück Premiere.
"Abschied vom Vergessen" ist die bewegende Lebensgeschichte von Eva Schloss, die als 16 Jährige Auschwitz überlebt hat.
Sie ist 81 Jahre alt, lebt heute in London und konnte erst mit über 60 über ihre traumatische Jugend sprechen.
Zu Frankfurt (Oder) hat sie eine besondere Beziehung, denn enge Freunde aus der Emi-gration stammten von hier.
Jetzt besuchte sie die Stadt Frankfurt (Oder), um die so genannten "Stolpersteine" für die Freunde ihrer Eltern, Julius und Erna Rosenbaum zu besuchen.
Die Familien hatten sich in der Emigration in Amsterdam kennen gelernt. Eva und ihre Mutter überlebten Auschwitz, Vater und Bruder wurden ermordet.
Nach dem Krieg heiratete ihre Mutter Otto Frank, den Vater von Anne Frank.
Am 31.10.2010 fand mit Eva Geiringer Schloss, ihrem Ehemann Zvi Schloss, Jan Rosenbaum und Evelyn Rosenbaum die Enkelkinder von Julius und Erna Rosenbaum sowie Miriam Rosenbaum - van Santen, Liane und Carsten Höft ein Stolpersteinspaziergang der besonderen Art in Frankfurt (Oder) statt, der mit einem gemeinsamen Putzen der Stolpersteine von Julius und Erna Rosenbaum endete.

Carsten Höft. Evelyn Rosenbaum, Eva Geiringer Schloss, Miriam Rosenbaum - van Santen, Jan Rosenbaum und Zvi Schloss (Privatfoto von Liane und Carsten Höft)

Eva Geiringer mit dem Stolperstein von Julius Rosenbaum (Privatfoto von Liane und Carsten Höft)

Eva Geiringer Schloss und Jan Rosenbaum (Privatfoto von Liane und Carsten Höft)

Zvi Schloss und Eva Geiringer Schloss mit den Enkelkindern von Julius und Erna Rosenbaum - Evelyn und Jan Rosenbaum -(Privatfoto von Liane und Carsten Höft)
Sonderpreis „Engagiert für Vielfalt und Toleranz“ für den Mitinitiator des Projektes Stolpersteine
Im Gräfin-Dönhoff-Gebäude in Frankfurt (Oder) wurden am Freitag, den 03.12.2010 die Preise im Wettbewerb um den Titel "Ehrenamt des Jahres 2010" vergeben.
Carsten Höft als Mitinitiator des Projektes Stolpersteine wurde mit dem Sonderpreis „Engagiert für Vielfalt und Toleranz“ ausgezeichnet.
Der MOZ Artikel unter http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/270218/
FFC Viktoria `91 übernimmt 3 Putzpatenschaften
Der Frankfurter Fußballclub Viktoria 91 hat sich bereit erklärt, die Pflege von drei Stolpersteinen in unmittelbarer Umgebung des Stadions zu übernehmen.Diese STOLPERSTEINE erinnern an Klara Alexander, Flora Bork (beide Buschmühlenweg 3) und Paul Feldner (Carthausplatz).
Weitere Infos unter http://www.ffcviktoria91.de/html/stolpersteine.html
27.01.2011 - Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus - in Frankfurt (Oder)
Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus ist in Deutschland ein nationaler Gedenktag. Er wird seit 1996 am 27. Januar begangen.
Ferner erklärte am 01. 11.2005 die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 27. Januar in einer Resolution offiziell zum internationalen Holocaustgedenktag.
Die Stadt Frankfurt (Oder) lud am 27. Januar um 18 Uhr anlässlich des Internationalen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus zu einer öffentlichen Veranstaltung unter dem Motto „Erinnern für die Zukunft“ in das Kleistforum ein.
Im Mittelpunkt des Abends stand die Aufführung des Theaterstückes „Abschied vom Vergessen“ (Eva Schloss) durch das Theater Frankfurt unter Regie von Frank Radüg.
Eva Schloss und ihre Mutter überlebten als einzige ihrer Familie die Deportation nach Auschwitz-Birkenau.
Erst im beginnenden Alter widmete sie sich als Stiefschwester von Anne Frank und in eigener Verpflichtung der Aufarbeitung ihrer Erlebnisse, mit dem Ziel aufzuklären. Aufzuklären über eine kaum zu begreifende Zeit, die das Auslöschen eines ganzen Volkes zum Inhalt hatte.
Danach wurde ein Redebeitrag von Herrn Jan Rosenbaum gehalten. Herr Jan Rosenbaum lebt in Hamburg und kennt Eva Schloss seit 2007, sie ihn aber schon seit Juni 1945.
Die Rede von Jan Rosenbaum ist hier hinterlegt.
Die Delegationsleiterin aus Israel Mara List Avner, die im Rahmen des Projektes „Building Bridges“ mit einer Delegation in Frankfurt (Oder) weilte, gab einen kurzen Einblick in die grenzübergreifende Arbeit von Jugendlichen aus Israel, Slubice und Frankfurt (Oder).
Musikalisch begleitet wurde die Gedenkveranstaltung durch das Ensemble „Opus 3“, bestehend aus Musikern des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt.
Im Anschluss an die Veranstaltung fand eine Andacht/Kaddisch des Ökumenischen Rates gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde statt.
Hierzu die Berichterstattung der MOZ Frankfurt (Oder):
http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/279519/
Im Rahmen der o.g. Verstaltung übergab Herr Jan Rosenbaum der Jüdischen Gemeinde Frankfurt (Oder) die Kippa seines Großvaters Julius Rosenbaum, den letzten Kantor der
Jüdischen Gemeinde Frankfurt (Oder).
Hierzu die Berichterstattung der MOZ Frankfurt (Oder):
http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/279620/
09.11.2011 - Mahnwache und Stolperstein putzen
Am 09.11.1938 brannten in Deutschland die Synagogen, heute 73 Jahre später brennen Kerzen gegen das Vergessen - auch in Frankfurt (Oder).





Weitere Infos unter www.9ternovember.de
Ferner fand am Synagogengedenkstein die jährliche Gedenkveranstaltung zum 09.11.1938 statt.
„Gedenkbuch für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus der Stadt Frankfurt (Oder)“:
Die Projektgruppe „STOLPERSTEINE Frankfurt (Oder) und Słubice“ hat am 08.12.2011 die Arbeit für die Erstellung eines „Gedenkbuches für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus der Stadt Frankfurt (Oder)“ aufgenommen.
In diesem Gedenkbuch soll das Schicksal aller 803 jüdischen Bürger der Stadt Frankfurt (Oder) ab dem Jahre 1933 bis 1945 dokumentiert werden.
ERINNERN FÜR DIE ZUKUNFT
Veranstaltungen anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus am 27.01.2012
Gedenkveranstaltung: 18.00 Uhr
Kleistforum, Foyer
Programm:
Begrüßung: Peter Fritsch
Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung
Carmen Winter und Katja Hamel lesen Texte, die Jugendliche aus Brandenburg und Polen seit 2006 in Schreibwerkstätten in den ehemaligen Konzentrationslagern Sachsenhausen, Ravensbrück und Auschwitz verfasst haben.
In den Texten wird deutlich, wie die Jugendlichen heute den jeweiligen Ort wahrnehmen, was sie vor dem Besuch erwartet haben und wie sie mit diesen Erwartungen umgegangen sind. Teilweise versetzen sich die Jugendlichen in die Situation der Gefangenen, versuchen nachzuempfinden, wie sie sich fühlten.
Die musikalische Begleitung übernimmt ein Trio des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt.
Die Mitwirkenden sind:
Michaela Kenncke - Violine
Volker Kunze - Oboe
Prem Weber - Violoncello
Sie spielen die von Uwe Heger (2003) arrangierten Klezmer-Stücke:
- Die verlorenen Jahre
- Letzte Umarmung
- Mutter‘s Postkarte
- Stille Liebe
- Sonnenaufgang
Pause ca. 5 Minuten
Andacht/ Kaddisch Ökumenischer Rat/ Jüdische Gemeinde